Unser Filmklub meldet sich im November zurück, und zwar widerum im Zeichen der Nostalgie.

Vor 25 Jahren war Péter Tímárs Film „Csinibaba“ (Dufte Puppe) mit 550.000 Kinobesuchern ein Riesenerfolg und löste zur Jahrtausendwende eine wahre Retrowelle aus. Die immergrünen Hits und die unterhaltsame Geschichte - neu arrangiert und mit einem neuen Soundtrack versehen - machen den Abend zu einem Vergnügen für alle: sowohl für diejenigen, die den Film kennen, als auch für diejenigen, die ihn noch nicht gesehen haben.

Was ist das Besondere daran?

Auf den ersten Blick mag „Csinibaba“ wie ein leichter Musicalfilm wirken: Romantik, Freundschaft, Pläne und Illusionen, komische Nebenfiguren. Der Regisseur und Drehbuchautor Péter Tímár lehnt sich an das populäre Genre an, aber mit seinem einzigartigen Schreibstil und speziellen visuellen Lösungen macht er den Film einzigartig und parodiert ihn zugleich. Er bewegt die Personen, als wären sie lustige Zeichentrickfiguren. Das Bild ist oft eingebrannt, oder es flimmert, die Schnitte springen mit Absicht – als würde man eine alte Burleske auf einem verbrauchten Filmband sehen. Die Dialoge erinnern an die manirierte Amtssprache der 1960er Jahre, und hinter der nostalgischen rosaroten Oberfläche offenbar sich stets die zwei Gesichter des sozialistischen Systems. Péter Tímár nutzt die wohlbekannten Melodien der Zeit und interpretiert die Bedeutung der Texte neu. Die mit den Liedern verbundenen Szenen sind witzig aber nicht unkritisch. Der Doppeleffekt wirkt: mit Nostalgie kann die kitschige Scheinwelt des Sozialismus ausgelacht werden. „Csinibaba“ liefert keine realistische Darstellung der damaligen Zeit, eher ergreift er eine bittersüße Stimmung. Der Film, ganz wie unsere Erinnerungen, trennt sich von der Geschichte ab, und funktioniert dank der starken Stilisation als eine besondere geschlossene Welt Der Zuschauer kann über die lustigen Figuren lachen, aber schließt sie währenddessen auch in sein Herz.

Der Film wird auf Ungarisch mit englischen Untertiteln vorgeführt.

Informationen zum Filmabend:

Wann: Freitag, 19. November 2021, ab19 Uhr.

(Der Film ist für registrierte Zuschauer 24 Stunden lang von diesem Zeitpunkt an zugänglich.)

Anmeldung: einladung-muenchen@mfa.gov.hu

(Anmeldung mit einer E-Mail-Adresse, an die wir den Zugangscode später senden können)

Anmeldeschluss: 19. November 2021 um 16:00 Uhr

Story:

Der Morgen beginnt mit den Durchsagen des gewissenhaften Blockwarts, Onkel Simon (János Gálvölgyi). Es ist August 1962, im Kino läuft "Dolce Vita", im Radio ertönen Ohrwurm-Lieder. Der Kommunistische Jugendverband KISZ organisiert eine Talentshow. Der Gewinner wird zum Weltjugend- und Studententreffen in Helsinki eingeladen sein. Da die finnische Hauptstadt im begehrten Westen liegt, regt der Aufruf die Fantasie vieler an.