Am 28. Oktober 2021 gedachte das Generalkonsulat von Ungarn Bayern im Münchner Künstlerhaus dem Tod des letzten bayerischen Königs aus dem Hause Wittelsbach. Bayerns letzter König Ludwig III. starb vor 100 Jahren auf dem Burgschloss Sárvár.

Mit seinem Tod endete auch die Herrschaft des Hauses Wittelsbach – die Wittelsbacher gehören zu den bedeutendsten Herrscherfamilien in Europa, und können unter den großen Fürstenhäusern auf die längsten kontinuierlichen dynastischen Traditionen zurückblicken. Die vielfältigen Verbindungen der Wittelsbacher zur ungarischen Geschichte sind nicht nur uns Ungarn, sondern auch den Bayern bekannt: Seit 1875 fanden Ludwig III. und seine Nachkommen in dem Burgschloss Sárvár eine zweite Heimat und bis 1945 Zuflucht in Zeiten der Not. Während der kommunistischen Ära hatte die Familie die Absicht, in das Schloss zurückzukehren, aber erst in den 1980er Jahren konnten sie diesen Plan zum ersten Mal verwirklichen. Bis dahin unterstützten sie trotz tragischer historischer und politischer Veränderungen die ungarischen Gemeinschaften durch Wohltätigkeitsorganisationen.

An der Gedenkfeier nahm Minister Dr. Gergely Gulyás im Namen des Ministerpräsidentenamtes teil, der in seiner Rede betonte, dass die politische Bedeutung des Ereignisses über die täglichen Meinungsverschiedenheiten hinausgeht. Die Bayerische Staatsregierung war durch die Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales Melanie Huml, MdL, vertreten. In ihrer Rede dankte sie Ungarn für seine Rolle bei der Öffnung der Grenzen im Jahr 1989 und wies darauf hin, dass Ungarn zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Bayerns gehöre. Sie rief dazu auf, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen und trotz aller Unterschiede den Dialog aufrechtzuerhalten. 

Im Namen der Familie bedankte sich Prinz Luitpold von Bayern erneut bei der ungarischen Regierung für die Regelung der Eigentumsverhältnisse an den "bayerischen Schätzen" in Sárvár und bekundete seine Bereitschaft, in Zukunft an neuen Formen der Zusammenarbeit teilzunehmen. 

Am Rande der Veranstaltung führte Minister Dr. Gergely Gulyás bilaterale Gespräche mit Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales Melanie Huml, MdL.