Der Empfang anlässlich des Nationalfeiertages wurde im neuen Gebäude des Generalkonsulats am 24. Oktober 2018 abgehalten. Die Festredner der Veranstaltung waren Dr. Péter Darák, Präsident der Kurie von Ungarn, Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberlandesgerichts München und Georg Eisenreich, bayerischer Staatsminister für Digitales, Medien und Europa. Weitere Festgäste waren Markus Blume, Generalsekretär der CSU und Wolfgang, Prinz von Bayern. Mehrere Landtagsabgeordnete, beziehungsweise zahlreiche Prominente der Wirtschaft waren anwesend.

Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó würdigte den Mut und die Opferbereitschaft der Revolutionäre von 1956, infolge dessen den Sowjets langfristig offensichtlich wurde, dass man mit den Ungarn nicht in der Sprache der Gewalt sprechen kann. Die Helden von 1956 können mit Zufriedenheit auf ihre Nachkommen heruntersehen, denn ihr Wunsch wurde wahr: Ungarn ist wieder Mitglied der europäischen Gemeinschaft.

Staatsminister Georg Eisenreich zollte den Helden von 1956, die von der Sehnsucht getrieben wurden, dass ihre Heimat wieder zu Europa gehört, Respekt.  Heute ist es Wirklichkeit, da wir als Partner in Europa präsent sind. Sollte es Meinungsverschiedenheiten bei bestimmten Angelegenheiten geben, ist es wichtig, dass wir einander verstehen und im Dialog bleiben.

Dr. Péter Darák stellte die Revolution als größten militärischen Konflikt nach dem zweiten Weltkrieg in Europa dar, bei dem eine kleine Gruppe schlecht ausgebildeter, ausgerüsteter aber hochengagierter Ungarn sich gegen 60.000 Sowjetsoldaten widersetzte, weil sie die Begrenzung der nationalen Souverenität nicht ertragen konnten. Der Präsident der Kurie dankte den Bayern, dass sie die ungarischen Emigranten aufnahmen und ihnen ermöglichten, dass sie sich mit harter Arbeit und beharrlichem Lernen in die Gesellschaft eingliedern konnten, und hier eine neue Heimat fanden.

Peter Küspert stellte fest, dass heutzutage, zur Zeit der Globalisierung man die Verunsicherung, die Desorientierung in Europa erlebt, wobei bestimmte Staaten die Staatsgewalt neu justieren.  Es ist wichtig, dass dabei die Grundsätze der Demokratie: die Gewaltenteilung, das auf gegenseitiger Kontrolle ruhende System unverletzt bleibt. Die begrenzenden Beschlüsse der Judikative sind der Exekutiven immer unbequem, die Sicherstellung der Rechtsstaatlichkeit ist ein fortdauernder Kampf auf der ganzen Welt – betonte er anhand von Beispielen aus den Vereinigten Staaten, aus Deutschland und Ungarn.      

Nach den Festreden wurde den Vertretern der ungarischen Gemeinschaft, Herrn János Merka, Pfarrer der Ungarischen Katholischen Gemeinde München Frau Erzsébet Szarvas, pastoraler Mitarbeiterin der Ungarischen Katholischen Gemeinde München, beziehungsweise Frau Susanna Filesch, Dozentin der Katholischen Stiftungsfachhochschule München die Auszeichnung Ungarisches Goldenes Verdienstkreuz überreicht.