INFORMATIONEN

zur Eintragung einer Geburt in das heimische Standesregister

 

Wenn wenigstens ein Elternteil der im Ausland geborenen Person ungarischer Staatsbürger ist, muss die Geburt auch bei den ungarischen Behörden ins Standesregister eingetragen werden. Die Aufnahme in das Standesregister kann sowohl in der nach Wohnanschrift zuständigen Auslandsvertretung als auch in Ungarn bei der Regierungsstelle der Hauptstadt Budapest (auf Ungarisch: Budapest Főváros Kormányhivatala/BFKH) veranlasst werden.

Im Fall der Aufnahme in das Standesregister in einer Auslandsvertretung müssen beide Elternteile* des Minderjährigen zugegen sein. Wenn wenigstens ein Elternteil ein im Ausland lebender ungarischer Staatsangehöriger** oder der eine Elternteil Ausländer ist und nicht im Register erfasst wurde, kann das Kind auch als ein im Ausland lebender ungarischer Staatsangehöriger in das Register aufgenommen werden, in welchem Fall das Formular zur Aufnahme eines ausländischen Staatsbürgers in das Register (auf Ungarisch: Külföldön élő magyar állampolgárként történő nyilvántartásba vételhez rendszeresített adatlap) ausgefüllt, sowie die Vorlage der durch die ausländischen Behörden ausgestellten Meldebescheinigung vorgelegt werden muss.

Wenn beide Eltern mit ungarischer Staatsbürgerschaft über eine ungarische Wohnanschrift verfügen, kann das Kind nur als in Ungarn lebender ungarischer Staatsbürger in das Register aufgenommen werden und in diesem Fall ist das Formular zur Aufnahme eines in Ungarn lebenden Staatsbürgers in das Register (auf Ungarisch: Magyarországon élő magyar állampolgárként történő nyilvántartásba vételhez rendszeresített adatlap) auszufüllen. Der Wohnungsgeber*** muss in diesem Fall ausgefüllt werden.

Zur Aufnahme der Geburt des Minderjährigen in das heimische Standesregister müssen beide Elternteile persönlich erscheinen. Sofern ein Elternteil nicht persönlich erscheinen kann, dann muss er eine in einem voll beweiskräftigen Dokument niedergelegte ergänzende Erklärung abgeben, zu der er eine Kopie seines Passes hinzufügt.

Zur Aufnahme der Geburt eines Volljährigen in das heimische Standesregister ist die persönliche Gegenwart des Antragsstellers ausreichend.

Die deutsche oder internationale Geburtsurkunde muss im Original zum Antrag vorgelegt werden.

Im Fall der Aufnahme der Geburt eines Minderjährigen müssen die Eltern ihre gültigen Reisedokumente und – im Fall von Eltern, die ungarische Staatsangehörige sind – ihre ungarische persönliche ID-Nummer sowie ihre ungarische Wohnsitzkarte (auf Ungarisch: lakcímkártya) mitbringen. Zum Antrag muss die ungarische Heiratsurkunde der Eltern, bzw. deren Geburtsurkunde**** vorgelegt werden. Wenn die Eltern nicht verheiratet sind, muss auch die vor einer deutschen Behörde abgelegte Anerkennung der Vaterschaft, sowie - im Fall der Vaterschaftsanerkennung eines ungeborenen Kindes – der Mutterpass vorgelegt werden. Wenn die Eltern verheiratet sind, aber die vor der Geburt des Kindes eingegangene Heirat in Ungarn noch nicht in das Standesregister aufgenommen wurde, muss vor der Geburt des Kindes die Ehe in jedem Fall in das Standesregister aufgenommen werden (siehe: Aufnahme der Ehe in das heimische Standesregister), denn bis dahin kann die Aufnahme der Geburt des Kindes in das Standesregister nicht eingeleitet werden.

Gleichzeitig mit der Eintragung der Geburt in das Standesregister kann auch ein Antrag auf einen Reisepass eingereicht werden. In einem solchen Fall ist von Kindern unter 3 Jahren auch ein farbiges, biometrisches (beim Fotografen aufgenommenes) Passfoto des Kindes notwendig. Wenn die Eltern neben der Eintragung in das heimische Register für das Kind auch einen Pass beantragen, dann ist auch das Ausfüllen einer eigenen Erklärung notwendig. (Wir machen die Eltern darauf aufmerksam, dass sie etwaige Auslandsreisen für die Zeit nach Ausstellung des Passes planen sollten!). Ausstellung und Übergabe des Reisepasses nehmen in der Regel 6 Wochen Zeit in Anspruch.

Gebühren:

Eintragung einer Geburt in das heimische Standesregister: gebührenfrei

Übersetzung einer Vaterschaftsanerkennung: 35 EUR (mit deutscher EC-Karte)

Kinderpass: 48 EUR (mit deutscher EC-Karte)

Für die Aufnahme einer Geburt in das heimische Standesregister ist eine Terminvereinbarung notwendig, die über das Terminvereinbarungssystem durchgeführt werden kann. (Unter dem 2. Punkt im Terminvereinbarungssystem muss der Begriff „Registration of birth/marriage/divorce” (auf Ungarisch: „Anyakönyvezés (házasság, születés, válás)”) ausgewählt werden, wenn kein Reisepass parallel beantragt wird, bzw. der Begriff „Registration of birth/marriage/divorce + passport application” (auf Ungarisch: Anyakönyvezés + útlevél), sofern gleichzeitig auch ein Reisepass beantragt werden soll. Wenn das Kind nicht in einer Ehe geboren wurde und eine Vaterschaftsanerkennung notwendig ist, muss der Punkt „Registration + passport + voluntary acknowledgement of paternity” (auf Ungarisch: Anyakönyvezés + apai elism. + útlevél) ausgewählt werden. Sofern bei der Aufnahme einer Geburt in das heimische Standegister auch die Ehe in das heimische Standesregister aufgenommen werden soll, muss zuerst ein Termin für die Aufnahme der Ehe in das heimische Standesregister gebucht werden, da die Eintragung der Geburt in das heimische Standesregister erst dann begonnen werden kann, wenn der ungarische Auszug aus dem Standesregister ausgestellt wurde. Es ist sinnvoll, für die Terminvereinbarung eine Rückmeldung zu verlangen und die Email-Adresse anzugeben, sodass der Kunde nicht nur eine Bestätigung des Termins erhält, sondern auch das Generalkonsulat mit dem Kunden in Verbindung treten kann, wenn sich eine Veränderung in den Kundenverkehrszeiten ergibt.)

 

VORLӒUFIGER REISEPASS ZUR EINMALIGEN HEIMKEHR NACH UNGARN

Im Hinblick darauf, dass im Fall einer Eintragung in das Standesregister im Terminvereinbarungssystem erst in einigen Monaten freie Termine zur Verfügung stehen, kann, sofern ein triftiger Grund besteht unverzüglich mit dem Kind nach Ungarn zu reisen, auch ein für kurze Zeit gültiger, vorläufiger Reisepass ausgestellt werden.

Folgende sind die Bedingungen für einen Antrag auf einen vorläufigen Reisepass vor Eintragung der Geburt in das Standesregister:

  • Die Anwesenheit beider Eltern (wenn nur ein Elternteil anwesend ist: Nachweis der Abwesenheit des anderen Elternteils durch einen Auszug aus dem Standesregister oder einem anderen beglaubigten Dokument)
  • (Deutscher) Auszug aus dem Standesregister im Original
  • Farbiges, biometrisches (beim Fotografen aufgenommenes) Passbild des Kindes
  • Einzahlung der Gebühren von 30 EUR mit deutscher EC-Karte

Der Anspruch auf einen vorläufigen Reisepass kann nur schriftlich – per Email – angegeben werden.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung eines vorläufigen Reisepasses vor Aufnahme der Geburt in das Standesregister ist wichtig festzustellen, dass das Dokument ausschliesslich zur Einreise nach Ungarn berechtigt, nicht aber zur Ausreise aus Ungarn. In diesem Fall muss die Eintragung der Geburt des Kindes in das Standesregister und der Antrag auf einen Reisepass in Ungarn vorgenommen werden. Dies bedeutet, dass solange der Auszug über die Geburt des Kindes und sein Reisepass nicht ausgestellt sind (was auch in Ungarn mehrere Wochen dauern kann), das Kind nicht ins Ausland reisen kann, da es keine gültigen Reisedokumente besitzt.

 

* Die Gegenwart eines einzelnen Elternteils ist im Fall der Aufnahme der Geburt eines Minderjährigen in das Standesregister nur dann ausreichend, wenn der anwesende Elternteil die Begründung des Fernbleibens des abwesenden Elternteils mit einem Originaldokument bekräftigen kann. Ein solches Dokument kann der richterliche/vormundschaftliche Beschluss über den Rechtskreis der elterlichen Pflichten, ein Auszug aus dem Standesregister über die Geburt des Minderjährigen, sofern auf diesem der abwesende Elternteil nicht genannt ist, bzw. der Auszug aus dem Standesregister über den Tod des abwesenden Elternteils sein.

** Ein im Ausland lebender ungarischer Staatsangehöriger, auf dessen ungarischer Wohnsitzkarte, die seine ungarische Adresse bestätigt (auf Ungarisch: lakcímkártya) unter Wohnanschrift die Bezeichnung „Ausländische Adresse” (auf Ungarisch: külföldi cím) eingetragen ist. Im Gegensatz hierzu ist jener ungarische Staatsbürger, auf dessen Wohnsitzkarte unter Wohnanschrift seine ungarische Adresse vermerkt ist, bei den ungarischen Behörden weiterhin als in Ungarn lebender ungarischer Staatsangehöriger registriert.

*** Sofern einer der beiden Elternteile Inhaber der Immobilie ist, und die Eltern das Kind auf eine von der auf der ungarischen Wohnsitzkarte abweichenden Adresse registrieren lassen möchten, ist dem Antrag auch eine Wohnungsgeberbestätigung (auf Ungarisch: Befogadó Nyilatkozat) beizufügen.

**** Sofern ein Elternteil Staatsangehöriger eines Staates ausserhalb der Europäischen Union ist, müssen die das standesamtliche Ereignis bestätigenden Dokumente (z. B. Geburtsurkunde) mit einer Apostille oder – sofern das Herkunftsland nicht Mitglied der Apostille-Vereinbarung ist – mit einer diplomatischen Beglaubigung versehen eingereicht werden. Die diplomatische Beglaubigung kann im Herkuntsland in der ungarischen Auslandsvertretung oder in der Auslandsvertretung eines Ungarn repräsentierenden Landes eingeholt werden. Die Liste jener Staaten, die die Apostille-Vereinbarung unterschrieben haben, finden sie hier.